Digitale Souveränität: Warum Open Source wichtiger wird
Shownotes
In dieser Episode sprechen wir mit Esther Menhard, Journalistin und freie Autorin bei netzpolitik.org, über Open Source aus einer zivilgesellschaftlichen Perspektive. Wir wollen aufzeigen, warum das Thema längst auf die Agenda von Unternehmen gehört. Die Debatte über digitale Abhängigkeiten hat in Deutschland und Europa stark an Bedeutung gewonnen. Denn bei der Entscheidung für Software- und Cloudlösungen geht es nicht nur um Funktionen und Kosten. Es geht auch um Abhängigkeiten, Wechselmöglichkeiten, Datenschutz oder rechtliche Rahmenbedingungen. Open-Source-Software kann die Abhängigkeiten verringern und Kosten kalkulierbarer machen. Wir reden darüber, warum offene Standards und die Anschlussfähigkeit an verschiedene Systeme in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil haben können. Proprietäre Standards, also geschlossene Ökosysteme, können z. B. einen späteren Anbieterwechsel erheblich erschweren. Darüber hinaus beleuchten wir genauer den Begriff der digitalen Souveränität. Wir versuchen zu klären, was der Begriff eigentlich bedeutet. Wer soll souverän sein? Staaten, Unternehmen, Institutionen oder einzelne Menschen? Der Begriff, der eher positiv besetzt ist, kann durch eine vieldeutige Nutzung an Aussagekraft verlieren. Gleich reinhören und mehr erfahren!
Links:
- Netzpolitik.org
- BMAS Denkfabrik
- Databroker files
- Chaos Computer Club
- D64
- Algorithm watch
- Open Source business allianace
Die Projektpartner des ZZA:
- ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. (konsortialführend)
- ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH
- RKW Kompetenzzentrum
- Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement, IAT der Universität Stuttgart
Kontakt:
- Per Email an zukunftsmusik@rkw.de
- LinkedIn Tanja Lakeit
- LinkedIn Martin Deschauer
- LinkedIn Zukunftszentren
- Facebook Zukunftszentren
- Instagram Zukunftszentren
Das Projekt “Zentrum Zukunft der Arbeitswelt” (ZZA) wird im Rahmen des Programms “Zukunftszentren” durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds PLUS (ESF Plus) gefördert. Das “Zentrum Zukunft der Arbeitswelt” wird ergänzend durch den Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, kofinanziert.
Transkript anzeigen
00:00:06: Herzlich willkommen
00:00:07: zur
00:00:07: Podcastreihe Zukunftsmusik, ein Podcast vom Zentrum Zukunft der Arbeitswelt.
00:00:13: Schön es ihr dabei seid!
00:00:17: Liebe Höhren und Hörer.
00:00:18: auch von mir ein herzliches Hallo zu unseren neuen Folgen.
00:00:21: wir möchten heute das Thema Open Source aus einer zivilgesellschaftlichen Perspektive beleuchten.
00:00:27: dafür sprechen wir mit Esther Menhardt.
00:00:30: sie ist freier Autorin bei Netzpolitik Org.
00:00:33: Das Online-Medium befasst sich mit Themen der digitalen Freiheitsrechte und ich freue mich, dass auch meine Kollegin Tanja mit in unserer Runde ist.
00:00:42: Hallo Tanja!
00:00:43: Schön, dass du dabei bist.
00:00:44: Hallo Martin!
00:00:46: Ja, Tanja erinnerst du dich noch an den Einstieg von unserer letzten Episode?
00:00:50: Da hatten wir nämlich über Wetter-Apps gesprochen die genaue Standortdaten ihrer Nutzenden weiterverkaufen.
00:00:57: Wir hatten das als Beispiel aufgegriffen, um zu zeigen wie schwierig es ist, heutzutage seine Daten im Griff zu haben.
00:01:04: Und für unsere heutige Folge wäre das Beispiel fast noch besser gewesen weil die Recherche zu den sogenannten Data Broker Files in denen die globalen Datenhandeln mit Handysstandortdaten aufgedeckt wurden unter anderem von netzpolitik.org durchgeführt worden.
00:01:21: Das ist wirklich spannend mit der Wetter-App und wäre auch interessant zu wissen ob du eine Wetter-App benutzt und wenn welche, kannst du uns die Frage kurz beantworten bevor wir
00:01:33: dich richtig vorstellen.
00:01:35: Ich benutze tatsächlich keine App sondern gucke immer über meinem Browser im Internet also meistens bei RBB würzigerweise oder beim deutschen Wetterdienst.
00:01:45: Ah interessant!
00:01:47: Danke dir nochmal.
00:01:49: Wir sind ganz froh dass du heute mit dabei bist.
00:01:52: Du arbeitest ja für Netzpolitik org Und ihr seid sehr aktiv und ihr habt unter anderem im letzten Jahr den European Press Prize erhalten oder auch zweimal den Krimme Online Award und den Fritz Bauerpreis.
00:02:09: Also ihr setzt euch für digitale Freiheitsrechte an, die Preise zeigen auch noch mal welche Qualität dahinter steckt und wir sind wie gesagt sehr neugierig auf das Gespräch heute mit dir.
00:02:21: Ich auch, vielen Dank!
00:02:23: Das ist sehr beeindruckend die Arbeit von Netzpolitik, wo du als freie Mitarbeiterin arbeitest.
00:02:28: Wir reden heute nicht über den Investigativ-Journalismus oder die Recherchen, die dort durchgeführt werden sondern über dein Spezialthema und das Steckenpferd Open Source und digitale Souveränität.
00:02:39: Ich denke auch bei den Zukunftszentren es ist wichtig dass man darüber nachdenkt wie digitale Freiheitsrechte aufgestellt sein müssen wenn man darüber nachdenkt, die digitale Arbeitswelt neu zu gestalten und mitzugestalten wie das die Zukunftszentren machen wollen.
00:02:55: Und deshalb finde ich es wichtig genau dass wir solche Themen hier auch bei uns in der Zukunftsmusik besprechen und freue mich auf die heutige Folge.
00:03:04: Vielen Dank nochmal für die Einladung!
00:03:07: Also liebe Esther lass uns gleich einsteigen mit dir.
00:03:10: du bist freie Journalistin beim Netzpolitikorg.
00:03:13: seit wann engagierst du dich?
00:03:15: bei NetzPolitik.org?
00:03:16: und was ist deine Motivation?
00:03:18: Die eine Frage ist sehr schnell beantwortet, ich bin seit circa Ende zweiundzwanzig dort und habe schon recht früh angefangen mich mit dem Thema der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu beschäftigen.
00:03:34: das ist glaube ich ein bisschen ein Nerd-Thema.
00:03:37: also es gibt sehr viele Nerd Themen in diesem Bereich also gerade digitalpolitische Themen die eben auch sehr technisch lastig sind und sehr viel Überschneidung haben zu anderen NGOs in dieser zivilgesellschaftlichen Szene, also Chaos Computer Club oder die den Sechzig Algorithm Watch.
00:03:57: Es gibt ja sehr viele in diesem Bereich.
00:04:00: Also was hat mich dazu motiviert, mich damit zu beschäftigen?
00:04:05: In allererster Linie bin ich ein sehr neugieriger Mensch.
00:04:08: Ich weiß nicht warum es mir das Thema öffentliche Verwaltung angetan hat.
00:04:14: Ich finde, dass ein Bereich der sehr selbstverständlich funktionieren soll.
00:04:21: Aber wenn man reinguckt merkt man okay viele Dinge funktionieren nicht so gut und als Teil von Zivilgesellschaft kann ich sozusagen auf bestimmte Probleme glaube ich anders gucken als Menschen die entweder in der Verwaltung arbeiten oder die als Dienstleister zum Beispiel mit der Verwaltung arbeiten, oder auch als IT-Hersteller für die Verwaltung sozusagen Produkte herstellen.
00:04:47: Sehr spannend!
00:04:49: Wir arbeiten ja für ein Programm Das nennt sich Zukunftzentren für das Bundesministerium Arbeit und Soziales.
00:04:56: Da ist vielleicht noch mal interessant zu erfahren, dass das Ministerium bei dem Thema auch sehr engagiert ist.
00:05:02: Und die haben ja auch eine eigene Denkfabrik irgendwann gegründet um sich genau solche Punkte anzuschauen selbstkritisch anzuschaun.
00:05:12: aber kennst du wahrscheinlich auch?
00:05:14: Aus der Perspektive der Zivilgesellschaft wie sieht in deiner Meinung nach gerade das Thema Open Source in Deutschland aktuell aus, also was gibt es irgendwie aktuell so an Entwicklungen und vielleicht auch so in den letzten fünf Jahren die du vielleicht irgendwie auch ein bisschen näher dran bist.
00:05:32: Was hat sich so entwickelt und geändert?
00:05:35: Ich habe das Thema Open Source immer im Kontext mit dem Thema digitale Souveränität beziehungsweise mit dem thema Verwaltungsdigitalisierung betrachtet.
00:05:46: Mit großer Vorstoß in diese Richtung haben wir, glaube ich alle mitbekommen hat das Land Schleswig-Holstein gemacht.
00:05:53: Bei der Verwaltung ist es ja so.
00:05:55: Wir haben wirklich durch den Föderalismus sehr unterschiedliche Wege wie Entscheidungen getroffen werden.
00:06:02: Es gibt sozusagen auf der Bundesebene natürlich bestimmte Entscheidungen die getroffen wären Die aber nicht unbedingt mit der Länderebene übereinstimmen müssen.
00:06:11: für die Länder.
00:06:13: Aber es gibt eben Die Länderverwaltung, es gibt kommunale Verwaltungen.
00:06:17: Das Thema Open Source ist einfach nicht neu.
00:06:20: Jede Form von Software hat irgendwann mal als Open Source angefangen und es gibt einen sehr großen Bereich der sozusagen nicht kommerzielle ist, der auch eher im Zivilgesellschaftlich organisiert ist, sehr global organisiert isst.
00:06:36: also das sind sozusagen nicht deutsche Projekte per se sondern Irgendjemand hat damit angefangen, dann gibt es Leute die das Projekt die Software maintain also sozusagen warten und aufrechterhalten.
00:06:50: Dann gibt es noch den Commercial Bereich.
00:06:52: Das ist einer der größten Verbände, die man in dem Bereich kennt ist denke ich die Open Source Business Alliance.
00:06:58: da sind sehr viele gerade deutsche und europäische Open Source Unternehmen drin, die sich natürlich auch sehr stark mit dem Thema digitale Souveränität und vor allen Dingen Open Source in der öffentlichen Verwaltung beschäftigen.
00:07:12: Gibt
00:07:12: es da bestimmte Sachen wo du sagst okay hier ist vielleicht irgendwie im Moment gewesen, wo das ganze Thema jetzt auch noch mal ein bisschen prominenter geworden ist oder anders diskutiert?
00:07:21: Genau
00:07:21: also ausgehend von eben diesem kommerziellen Bereich Open Source als Thema von der Zivilgesellschaft schon sehr lange gefordert, also eben möglicherweise auch dass man bestimmte Fördermodelle hat für Open Source-Initiativen.
00:07:36: Aber das ist Thema so richtig in das Bewusstsein von Menschen die sich mit Verwaltungsdingitalisierung beschäftigen im Ingehörden sind, dass es da so reingekommen ist würde ich sagen erst ja in den letzten vier Jahren oder so.
00:07:52: Ich denke, dass ein sehr großen Schub das Thema erhalten hat.
00:07:56: darüber mit Donald Trump in den USA einfach eine ganz andere... Es wird immer schön als geopolitische Lage bezeichnet.
00:08:06: Was wären das für Missverständnisse?
00:08:08: Was fällt dir da ein?
00:08:09: Das kann ich natürlich nur so anecdotisch sagen.
00:08:13: also Im Gespräch mit Menschen aus der Verwaltung gehört man dann immer wieder, aber ist das nicht total unsicher?
00:08:20: Also wenn wir haben ja irgendwie auch gefahren was unsere IT-Sicherheit betrifft.
00:08:25: Wenn jetzt der Code offen ist sozusagen einsehbar ist es da nicht totalunsicher und das ist so ein typisches Missverständnis was glaube ich viele haben die jetzt Also außerhalb von bewahren.
00:08:41: Das haftet, glaube ich den Thema Open Source oft an und dazu kann man natürlich sagen das ist nicht der Fall.
00:08:49: also wenn man sich verschiedene Software anguckt die in der öffentlichen Verwaltung benutzt wird also Sicherheitsvorfälle gibt es so oder so und das hat sehr unterschiedliche Gründe dass Open Source das der Code sozusagen offen einsehbar hat im Wesentlichen den Vorteil, dass eben Menschen die sich mit dem Code beschäftigen viel schneller zum Beispiel Fehler finden können oder Lücken finden können.
00:09:19: Und das der Code offen ist heißt nicht, dass die Daten, die mit der Software verarbeitet werden öffentlich zugänglich sind.
00:09:27: also das ist nochmal ein großer Unterschied und ich glaube es wird häufig verwechselt in einen Topf geworfen
00:09:35: Weil die Begriffe oft nicht richtig geklärt werden.
00:09:38: Und ich möchte noch mal zurückkommen auf das Beispiel mit Schleswig-Holstein, was du gebracht hast, weil in der Digitalisierung wird oft der Föderalismus ja kritisiert, dass er nicht schnell genug ist.
00:09:50: aber das finde ich ist nochmal ein schönes Beispiel, dass es auch eine positive Seite hat nämlich wir haben experimentiere Räume Dinge schon einmal auszuprobieren und sich vielleicht schneller auch zu öffnen oder dass ein Bundesland vorangeht und erst mal experimentiert.
00:10:08: Deswegen ist es nicht nur schlecht der Föderalismus, aber er ist halt oft so langsam in dieser digitalen Welt.
00:10:15: Ja ich habe das auch lange gedacht, dass sozusagen der Föderalismus der wesentliche Hemmeschul ist – das glaube ich inzwischen auch nicht mehr.
00:10:23: Also ich glaube, es gibt andere Bereiche die.
00:10:28: würde man da einfach versuchen sich auf bestimmte Standards zu einigen dann ist das vollkommen irrelevant.
00:10:34: Ist die Software jetzt open-source oder ist sie prokretär?
00:10:38: Es geht irgendwie eigentlich nur darum, dass wir bestimmte Standards für alle festsetzen und dass irgendwie die einzelnen Lösungen anschlussfähig sind.
00:10:47: Also das Problem was wir jetzt haben ist es gibt überall so Insellösungen Das heißt, die hat irgendjemand sich mal ausgedacht in der Regel mit der Beratung eines Beratungsunternehmens und mit der Hilfe eines Dienstleisters.
00:11:01: Dann funktioniert die Lösung für einen bestimmten Teil der Verwaltung für eine bestimmte Anwendung aber steht für sich ist nicht anstoßfähig.
00:11:09: Ist nicht mit anderen Lösungen kompatibel oder mit anderen Ebenen kompatibel.
00:11:14: Hier in diesem Fall hat Open Source eben auch häufig Vorteile, weil da ein Standards anders umgegangen wird.
00:11:19: Ich bin da halt einfach eine wesentlichere Rolle, weil es ist ein großer Unterschied zwischen proprietärer Software und open source Software dass eben proprietäre Software so Hersteller wie Microsoft haben natürlich einen Interesse daran das ich im Lukosystem Microsoft bleibe.
00:11:37: Das heißt wenn ich irgendwie andere Lösungen anschließen möchte, habe ich höhere Kosten und einen höheren Aufwand.
00:11:44: Ich kann in der Regel auch nicht unbedingt wechseln in ein anderes System wenn ich dann sage okay Microsoft war bis sehr gut für mich aber passt für mich jetzt vielleicht nicht mehr oder wird mir zu teuer oder so.
00:11:56: das ist oft wirklich schwierig dann in ein neues Ökosystem zu migrieren dass es auch häufig mit hohen Kosten aufwenden verbunden deswegen dass auch in der Verwaltung häufig nicht gemacht wird
00:12:08: Ah, okay.
00:12:10: Die Zukunft-Zentren selber haben die Aufgaben kleine und mittlere Unternehmen beim digitalen demografischen und nachhaltigen Wandel durch Beratung und Qualifizierung zu unterstützen.
00:12:21: Und auch wir arbeiten sozusagen mit Experimentierräume.
00:12:25: also über diese Beratungen und Qualifikation können Unternehmen herausfinden welche Bereiche für sie interessant sind, die zu digitalisieren und können sozusagen ihre ersten Schritte erproben.
00:12:40: Und uns würde sehr interessieren, von dir zu erfahren warum Open Source Lösungen gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein können?
00:12:54: Ich könnte mir vorstellen dass ähnliche Punkte auftauchen die wir in der Verwaltung finden aber vielleicht kannst du uns da noch mal ein bisschen Kontext geben.
00:13:05: Ich denke bei Open Source Lösungen, da spielt es eine große Rolle.
00:13:10: Was für eine Ausgangssituation habe ich jetzt zum Beispiel in einem Unternehmen?
00:13:14: Die allererste Frage ist vielleicht sogar okay – ich brauche jetzt IT für mein Unternehmen.
00:13:20: was sind sozusagen die genauen Anforderung?
00:13:23: und dann würde ich sagen das ist gar nicht unbedingt wichtig dass man jetzt in erster Linie Open Source für sich wählt.
00:13:30: Es kommt häufig vor eine bessere Lösung anbieten kann.
00:13:35: Ich vermute gerade für kleinere und mittlere Unternehmen, da lehne ich mich jetzt ein bisschen aus dem Fenster.
00:13:41: Aber habe ich im Haus zum Beispiel einer IT-Abteilung die ein bestimmtes Softwareprodukt was ich einkaufe betreuen kann oder es für meine Bedürfnisse anpassen kann oder so?
00:13:54: Da kaufe ganze Softwarepaket ein, da sind verschiedene Dinge die vielleicht für meinen Unternehmen irgendwie interessant sind.
00:14:02: Manche davon brauche ich andere nicht.
00:14:04: Dann ist die Frage wenn ich das jetzt bei mir im Unternehmen sozusagen Umsätze einführe kann es dann eigentlich die Bedürfnisse die ich habe decken?
00:14:14: und da ist eben häufig wohl der Fall dass man mit dem Software Paket zwar bestimmte Möglichkeiten einkauft Aber man kann daraus nur was machen, wenn man eine eigene IT-Abteilung
00:14:27: hat
00:14:28: die das sozusagen auf das Unternehmen sozusagen einstellt.
00:14:32: Es geht darum zu fragen, was sind eigentlich die Bedürfnisse, die ich jetzt als Unternehmen habe?
00:14:37: Warum entscheide ich mich für Microsoft?
00:14:39: muss das unbedingt sein.
00:14:41: also nicht im Sinne von dass man sich nicht für Microsoft entscheiden darf sondern eher die Frage passt das Produkt überhaupt auf?
00:14:47: das was ich brauche Häufig den Vorteil gerade bei Open Source Lösungen, dass ich mit einem Anbieter der Open Source Lösung anders verhandeln kann.
00:14:59: Also höre ich auf jeden Fall raus ist es schon mal gut das ein Unternehmen sich überhaupt diese Frage stellt macht es Sinn für mich mit Open Source zu arbeiten oder nicht?
00:15:12: Ich glaube man stellt sich ja oft gar nicht die Frage weil Man sich vielleicht zu wenig dann mit anderen Lösungen beschäftigt.
00:15:20: und hättest du da ein Tipp für Unternehmen, wenn die sich diese Frage stellen.
00:15:26: Wo informiert man sich?
00:15:27: Wo kann man sich sozusagen beraten lassen zur Open Source Lösungen um überhaupt für sich so eine Entscheidung zu treffen?
00:15:36: Ich glaube ich würde mich zu weit aus dem Fenster lehnen.
00:15:39: Ich wüsste jetzt nicht konkret sozusagen der Anlaufstelle.
00:15:42: Eine Sache würde ich sagen Also, was auch glaube ich ein Missverständnis zum Thema IT insgesamt ist.
00:15:52: Ich bin ein Unternehmen und brauche IT – ich kaufe die ein und dann mache ich einen Haken dran!
00:15:57: So funktioniert IT nicht.
00:15:58: IT muss regelmäßig gepflegt und gewartet werden.
00:16:01: Das heißt, ich brauche eigentlich im Unternehmen eine fähige IT-Abteilung, die das Ganze überblickt und die sofort bereit ist wenn es irgendwo Probleme gibt sie zu beheben.
00:16:14: Und ich vermute, dass man da einfach – wenn man die Leute gut behandelt – irgendwie auch den guten Arbeitsumgewicht schafft.
00:16:23: Dass man die auch dazu bringt ihre Expertise irgendwie einzubringen.
00:16:28: Das heißt, dass sie vielleicht von sich aus sagen das sind mögliche gute Software-Lösungen für einen bestimmten Anlernussball.
00:16:36: Da hast du denn den Eindruck, dass überhaupt zu die ganzen Gefahren, also zum Beispiel der Cloud in den USA was da an Gefahren drinsteckt.
00:16:44: Dass das bei den Leuten angekommen ist oder ist es so eine Sache, die wird wegschieben und ignorieren zugunsten einer besseren Benutzeroberfläche?
00:16:53: Die ja dann oftmals sozusagen ein bisschen angeführt wird.
00:16:55: Und da kann ich auch wieder nur anecdotisch über Gespräche mit Menschen in der Verwaltung geführt habe erzählen das Bewusstsein darüber, dass es überhaupt diesen Cloud Act gibt und wie weitreichend der ist.
00:17:09: Also es gibt neben dem Cloud Act auch noch weitere Acts unter anderem Reiser also Foreign Intelligence Surveillance Act oder auch den Patriot Act die der US Regierung unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einräumen zum Beispiel jetzt ich bleibe jetzt einfach beim Microsoft.
00:17:30: Es geht natürlich für sehr viele andere große Tech-Unternehmen.
00:17:34: Die kann einfach bei denen an die Tür klopfen und sagen, wir möchten gerne hier Daten einsehen.
00:17:39: Und das betrifft auch Daten, die von Kunden in Europa gesammelt werden oder die Kunden in Europe auf irgendwelche Rechenzentren gelegt haben.
00:17:50: Häufig wird gesagt ja aber die Rechencentren stehen doch in Deutschland zum Beispiel oder stehen in der EU.
00:17:55: da kann noch eigentlich gar nichts passieren.
00:17:57: Da greift auf den Cloud-Eck gar nicht!
00:17:59: Das stimmt nicht.
00:18:01: Also der entscheidende Punkt ist, wo hat das Unternehmen seinen Sitz?
00:18:06: Das heißt sogar auch ein Unternehmen wie SAP, dass Microsoft Lösungen vertreibt beziehungsweise eben eigene Produkte auf Microsoft Basis entwickelt.
00:18:18: da kann sogar auch unter Umständen der Cloud ergreifen.
00:18:21: und wo das eigentlich ein deutsches Unternehmen ist.
00:18:23: sie haben natürlich noch eine Gesellschaft in den USA aber Also von vielen Menschen, mit denen ich so im Einzelgespräch gehört habe ist dieses Bewusstsein nicht unbedingt ausgeprägt.
00:18:36: Das hat auch viel damit zu tun dass man glaube ich nicht so einen Bewusstsein dafür hat was sind eigentlich Daten für ein Gut?
00:18:43: Ja, es ist manchmal tatsächlich eben aufgefahren in der Zukunft irgendwie hinzuweisen.
00:18:49: Nicht einfach bei vielen Menschen.
00:18:51: kommen wir vielleicht mal ein bisschen zu dem Bereich digitale Souveränität, der ja im Grunde genommen eine ähnliche Richtung geht aber aktuell auch ziemlich mehr teilweise überladen ist von den Bedeutungen also Du hast das auch in einem ganz guten Artikel beschrieben, dass das ja hinter dem Basswort immer sehr unterschiedliche Vorstellungen mitschwingen.
00:19:11: Zum Beispiel europäische Wettbewerbspolitik oder öffentliche Beschaffung oder Grundrechte- oder Sicherheitspolitik?
00:19:19: Was denkst du denn?
00:19:20: sind so die wichtigsten Perspektiven auf das Thema digitale Souveränität im aktuellen Diskurs?
00:19:26: Ich verstehe deine Frage bei dem Konzept digitaler Souveranität.
00:19:33: Also inzwischen würde ich sagen, habe ich ein bisschen Probleme damit das Konzept überhaupt selbst zu benutzen.
00:19:39: Weil an sich das Koncept für sich stehend erstmal gar nicht so viel sagt.
00:19:45: Ich kann eigentlich mir unterschiedliche Projekte angucken und kann immer einen Punkt mehr herausgreifen der irgendwie Souveränität ist Und kann dann sagen okay dieses IT Produkt ist jetzt Digital souverän, weil es zum Beispiel Open Source ist oder weil das in der EU entwickelt wurde.
00:20:02: Oder hergestellt wird sozusagen.
00:20:04: ich kann die Perspektive sozusagen ändern.
00:20:07: also ich kann zum einen aus der Sicht eines Unternehmens sprechen.
00:20:11: Also wenn ich jetzt sage Ich bin digital souverä als Unternehmen bedeutet dass was ganz anderes als Wenn ich jetzt sagen zum Beispiel ich Bin digital souversän Als Land.
00:20:22: Also wenn ich jetzt wieder auf die Ebene der öffentlichen Verwaltung gehe und ich stell mir vor, wir haben eine sehr große Abhängigkeit von Microsoft.
00:20:31: Wie können wir diese Abhängigkeiten irgendwie reduzieren?
00:20:35: Da stelle ich mir andere Fragen als wenn ich in Unternehmen gehe und sage Ich bin jetzt digital souverän.
00:20:41: Das kann da zum Beispiel eher vielleicht heißen.
00:20:44: Ich bin unabhängig von bestimmten Dienstleistern oder Ich bin selbstbestimmt in der Art und Weise, wie ich Lösungen, die ich einmal eingekauft habe jetzt für mich selber weiterentwicke.
00:20:56: Also die zwei wesentlichen Fragen, die man immer stellen sollte ist Wer ist digital souverän?
00:21:05: Wie gesagt zum Beispiel ein Land oder auch eine Person?
00:21:09: Und wovon sind wir digital souverein?
00:21:12: Ich hab mir gerade einen Projekt angeguckt des Bundes-Digitalministeriums Das heißt Spark Workflow.
00:21:20: Da geht es darum, dass in der Verwaltung Genehmigungsverfahren schneller bearbeitet werden.
00:21:26: Also das ist sozusagen ein Programm, das unter anderem KIN-Sprachmodelle benutzt oder darauf zurückgreift und damit so einen Genehmigungspfahren schneller abgearbeitet werden.
00:21:36: Und jetzt wird gesagt, das ist Digital Souverän weil ja auch Open Source Komponenten da drin verwendet werden?
00:21:44: Da ist dann halt die Frage was für eine Bedeutung hat das in dem Kontext.
00:21:49: Also digital souverän wird so als Label benutzt, um irgendwie etwas als besonders positiv darzustellen und die Frage ist was an dem Projekt genaues positiv?
00:22:01: also ich bin eigentlich eher dafür um jetzt mal den sehr langen Punkt zusammenzufassen konkret darüber zu sprechen was ist der Vorteil von einer bestimmten Entscheidung im IT-Projekt?
00:22:16: Es ist ähnlich wie bei Open Source, dass du eigentlich versuchst nochmal zu zeigen, wie wichtig es ist, dass man sich diese Fragen überhaupt stellt und da nicht so blind in die Prozesse eingeht oder blind einfach Begriffe benutzt.
00:22:30: Und ich glaube das machen wir zu wenig und ein bisschen versuchen wir bei den Zukunftzentren wenn wir mit den Unternehmen arbeiten genau so einen Raum aufzumachen, sich solche Fragen zu stellen.
00:22:44: Dass man sich Prozesse anschaut, dass man blinde Flecken erkennt im Unternehmen.
00:22:50: also deswegen das hast du eigentlich gut beantwortet.
00:22:53: Wenn ich da noch kurz was ergänzen darf?
00:22:55: Also mir ist gerade eingefallen, dass ein großes Thema auch gerade bei digitaler Souveränität ist ja die Cloud.
00:23:04: welche Cloud benutze ich und welche Abhängigkeiten schaffe ich da gegebenenfalls?
00:23:11: Da würde ich sagen, ist es überhaupt wenn wir jetzt auf die Ebene von kleineren oder mittleren Unternehmen gucken immer sinnvoll überhaupt in den Cloud zu gehen.
00:23:22: Oder ist das nicht sogar sinnvoll Rechenzentrums Infrastruktur, die besteht einfach zu erhalten und möglicherweise weiter auszubauen oder an Bedarfe, die es gibt mehr anzupassen.
00:23:36: Weil dann das Unternehmen auch mehr Freiheit hätte mit einem eigenen Rechenzentrum?
00:23:41: Es geht auf jeden Fall darum welche Abhängigkeitsverhältnisse gehe ich rein und inwieweit spielen sie in meinen Interessen?
00:23:50: Ich würde sozusagen statt digital souveräden sozusagen digital und souverän immer fragen.
00:23:58: Welche Abhängigkeiten bestehen?
00:23:59: Und sozusagen, Abhängigkeiten bestehen immer.
00:24:03: Es gibt keine Situationen wo es keine Abhängigkeit gibt.
00:24:06: das wäre illusorisch.
00:24:08: ist es eher so zu sagen ein Abwägungsprozess?
00:24:11: mit welchen abhängigkeiten komme ich gut zurecht und welche kann ich auch besser kalkulieren als andere zum Beispiel.
00:24:19: Und dann vielleicht auch ein bisschen zu gucken Was für ein Risiko erhofft man sich tatsächlich irgendwie mit einem Firmen?
00:24:26: manchmal vielleicht ein bisschen eher Bequemlichkeit oder manchmal sind es ja auch ästhetische Sachen, die dann die Leute zu bestimmten Softwareprodukten irgendwie bringt.
00:24:37: So
00:24:37: was ist die ästhetische Frage betrifft?
00:24:39: Da hattest du vorhin auch gesprochen von der Nutzeroberfläche.
00:24:44: ich glaube das häufig dass einfach eine reine Gewohnheitsfrage ist und Wir kennen nun mal alle irgendwie Microsoft Word und deswegen haben wir den Eindruck, ein Schreibprogramm muss so aussehen wie Microsoft Word.
00:24:59: Das ist aber so eine Art von Konditionierung und die Frage ist irgendwie kann man zwischendurch auch das hinterfragen ob man bereit ist sozusagen sich da ein bisschen zu öffnen?
00:25:11: Wobei das muss man ja gar nicht mehr?
00:25:12: unbedingt weil es gibt ja auch LibreOffice was im Prinzip genauso aussieht wenn wir beim Thema Schreibsoftware sind.
00:25:20: Das war nämlich auch schon fast unsere Abschlussfrage.
00:25:23: Wir sind am Ende von unserer Runde.
00:25:25: und zum Schluss würde ich dich gerne fragen, wenn du an das Thema Open Source denkst was ist ganz spontan ein Top?
00:25:32: Und was is ganz spontane ein Flop?
00:25:35: Wenn du über das Thema nachdenkst und was kannst du zB nicht mehr hören, was in der Diskussion ganz oft auf kommt, dass wäre dann der Flopp und Top wo du vielleicht sagst da geht mir das Herz auf!
00:25:46: Das wäre unsere Abschlußfrage.
00:25:48: Ich glaube den Flock, den habe ich vorhin schon im Gespräch.
00:25:52: Ein bisschen... Also ein Flock wäre das zum Beispiel Open Source irgendwie nix kostet.
00:25:59: Open Source kostet auch was und es kostet etwas Software zu erhalten und zu maintainen.
00:26:05: Und in der Debatte immer wieder kommt das vor dass man so super viel Kosten einsparen kann wenn man auf Open Source Lösungen setzt.
00:26:17: Und gleichzeitig ist das aber auch das Topf, weil man natürlich viel besser kalkulieren kann wenn man auch eine Sortslösung einsetzt als Properitere Software.
00:26:27: Weil man überhaupt gar nicht reingucken kann in so große Unternehmen.
00:26:31: und was für sozusagen Wirtschafts- und Preisstrategie, sie sich überlegen für die Zukunft.
00:26:38: Das heißt ich bin wenn ich jetzt zum Beispiel bei Microsoft mir irgendwie einen Bundel kaufe von verschiedenen Softwareprodukten dann habe ich möglicherweise Produkte da drin, die ich überhaupt nicht brauche, für die ich aber bezahle, aber ich kann ja keine andere Option wählen so ungefähr.
00:26:54: Von daher genau das ist im Prinzip sozusagen... das sind die zwei Seiten eines Missverständnisses.
00:27:02: Super!
00:27:02: Ja, Ester.
00:27:03: Ganz herzlichen Dank für die ganzen Input, den du uns gegeben hast!
00:27:08: Wir haben irgendwie meine komplett neue Perspektive hier in unserer Zukunftsmusik bekommen.
00:27:13: Tanja finde ich oder was meinst Du?
00:27:16: Ja also und das ist so ein wichtiges Thema... Das ist nochmal ganz deutlich geworden heute.
00:27:21: Vielen Dank!
00:27:23: Okay bis bald.
00:27:24: danke!
00:27:25: Tschüss!
00:27:25: Ihr habt Fragen oder Anregungen?
00:27:30: Dann schreibt
00:27:30: uns in die Kommentare.
00:27:32: Oder
00:27:32: sendet uns eine E-Mail an zukunftsmusik
00:27:35: at rkw.de.
00:27:36: Um
00:27:36: keine Zukunftsmusika mehr zu verpassen, abonniert am besten unseren Kanal!
00:27:41: Mehr Informationen zum ESF Plus
00:27:43: Programm des Bundesministeriums
00:27:45: für Arbeit und Soziales findet ihr
00:27:47: auf unserer
00:27:47: Website zukunftszentren.de.
00:27:50: Vielen Dank fürs Zuhören – und bis bald hier in der ZukunftsmUSIK.
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